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Dienstag, 18. Dezember 2007

Es weihnachtet sehr!

Die Weihnachtsfeiern häufen sich - am Samstag ging es los. Die Lehrerinnen der Schule haben uns eingeladen. Naja, eingeladen - es lief so. Am Freitag kam Sr Vasanthi zu uns und sagte:
"Tomorrow morning - you stay at home. At one - you come."
Nun gut. So haben wir das auch gemacht. Mit Rosen im Haar und Glöckchen in der Hand haben wir dann beobachtet, wie die Lehrerinnen drei Stunden gelacht, gesungen und gealbert haben. Beobachtet - denn wir haben kaum ein Wort verstanden, da der Großteil natürlich auf Tamil war.
Es war ein Pfarrer dort der eine Predigt gehalten hat. So was habe ich auch noch nicht erlebt. Der gute Mann hätte Politiker werden sollen. Der hat geschrien und emotional mit den Händen gefuchtelt - sehr mitreißend. Und er hat gesungen und uns einen Tanz beigebracht. Hat riesigen Spaß gemacht, vor allem da die ganzen Lehrerinnen gute Laune hatten und pausenlos gekichert haben.
Dann gab es plötzlich eine Gruppenaktivität. "Nero", schrien sie Caro an und zerrten sie in eine Ecke. "Infant Jesus", schrien ein paar andere und zerrten mich in die entgegengesetzte Ecke. Dann stürmten ca. 10 Frauen auf mich zu und packten mich mit Zeitungspapier ein. Caro hatte schon eine Krone auf, einen Zepter in der Hand (aus Zeitungspapier) und wurde jubelnd auf die Bühne gezerrt. "We win", schrien die albernen Damen um sie herum.
Nachdem ich und einige andere auch vollständig in Zeitungspapier eingewickelt waren standen wir dann gemeinsam mit Engel Gabriel, Prophet Simon, Joseph und Maria auf der Bühne und ließen uns begaffen und es wurde gelacht und gelacht und auf uns gezeigt - ich war froh zu sehen, dass nicht nur über uns gelacht wurde sondern auch über die armen Inderinnen, die das Los gezogen hatten und in Zeitungskostümen recht lächerlich aussahen ;-).

Morgen Abend ist die Weihnachtsfeier beim YMCA. Wir sind dort eingeladen, es wird mit Sicherheit viel gegessen und natürlich gibt es Kulturprogramm.

Am Donnerstag ist dann die Weihnachtsfeier für die Schüler der Schule (Sr Vasanthi: "You come. You wear Sari."). Dafür haben wir mit Sr Vasanthi einen Sari gekauft. Ich habe mir einen olivgrünen mit roter Borde ausgesucht. Seide natürlich =). Der Stoff ist soooo schön, selbst wenn ich ihn nicht mehr tragen werde, ich kann auf jeden Fall etwas daraus machen.
Am Donnerstag also müssen wir ganz früh in die Schule gehen, uns dort ankleiden lassen und dann müssen wir bestimmt den ganzen Tag sehen und hören, wie auf uns gezeigt und gekichert wird. Ich kann es nicht wirklich verübeln, ich denke wir werden sehr albern aussehen in Saris. Aber es werden Fotos gemacht, versprochen, dann dürft ihr selbst urteilen!

Und jetzt ist es so weit! Heute Nacht holen wir Marc und Simon vom Flughafen ab. Und am Freitag Morgen geht es dann auf die Reise.

Es stehen erst einmal Delhi und Agra auf dem Programm. Zusammen mit Jenny und Asa aus Schweden werden wir dort Weihnachten feiern! Wie es dann genau weitergeht steht noch nicht so richtig fest - wir wissen nur, dass wir pünktlich zu Sylvester in Goa sein müssen, wo wir Jenny und Asa wieder treffen. Aber wir werden schon etwas schönes finden was wir machen können!

Denkt mal an mich an und stellt euch vor, wie ich mit Blick auf den Taj Mahal indisches Essen speise =)!

Frohe Weihnachten

Sonntag, 9. Dezember 2007

2007-12-09

Das Leben hier in Chennai nimmt fast schon Routine an.
Die Arbeit bei Little Flower ist echt interessant und die Therapien sind so organisiert und intensiv wie sie in diesem Land halt sein können =). Die Kinder sind wirklich unglaublich süß und wir haben schon unsere ersten Präsentationen für die Lehrer hier gehalten. Das war eine echt gute Übung für uns und hat irgendwie riesigen Spaß gemacht, da sie sich wirklich für uns interessiert haben... naja, bis auf die in der zweiten Reihe, die ist eingeschlafen =D.

Jetzt zur Weihnachtszeit bekomme ich Heimweh. Ich wäre gerne in Aachen auf dem viel zu vollen Weihnachtsmarkt um Glühwein zu trinken und hätte gern mit meiner Mama Kekse gebacken (danke fürs Vertreten kleine Schwester) und gegessen (danke fürs Vertreten großer Bruder). Ich hab die Pizzaparty vom Küken verpasst! Ich wäre gerne am Samstag auf der WG Party gewesen und vermisse meine Familie, meine Freunde und am Meisten meinen Süßen. Ich vermisse all die langweiligen und immer gleichen Partys und in meinem eigenen Bett zu schlafen, auf dem Sofa zu gammeln, Knight Rider zu gucken (ehrlich!!) und Simons Nudeln zu essen...
Um uns ein bisschen Weihnachtsstimmung zu verschaffen haben wir unser Zimmer geschmückt und uns Nikolausmützen gekauft. Aber so richtig weihnachtlich lässt das Indien nicht grade werden *g*. Das einzig Gute ist, dass ich keine Weihnachtsgeschenke kaufen muss!

Das Zimmer in dem wir hier wohnen ist leider von Schimmel befallen. Das ganze Haus wird renoviert und unseres ist das Einzige was noch steht. Die Wände sind feucht und wir haben keine Fenster zum Öffnen. Das Schlimmste ist, dass unsere Klamotten sogar anfangen zu schimmeln (hausmittelchen willkommen!!) und ich mich wirklich nicht wohl fühle in dieser Schimmelbude. Zum Glück sind es nur noch knapp zwei Wochen.

Denn am 19. kommen Simon und Marc uns besuchen! Jungs, ich freu mich =)! Nur noch zehn Tage *g*!
Wir werden über Weihnachten nach Delhi fliegen und uns dort mit den Schwedinnen treffen. Agra (Taj Mahal) steht auf dem Plan und Sylvester in Goa. Davor und danach ist noch nicht wirklich etwas fest geplant. Aber ich bin sicher wir werden schon etwas finden. Ich freue mich darauf, meine Erfahrungen und meine Begeisterung für dieses Land live erklären zu können. Wir werden ganz Chennai zeigen und mit euch lustige Filme gucken und auf indische Musik tanzen, macht euch auf was gefasst ;-)!

Die Abende an denen wir hier ausgehen sind immer sehr nett. Wir treffen jedes Wochenende irgend welche Freunde aus Vellore und gehen aus um im Zaras zu essen und zu trinken bevor wir tanzen gehen. Die Musik hier ist wirklich gewöhnungsbedürftig aber ich liebe sie mittlerweile sehr und nehm ganz viel davon mit nach Hause (freut euch Team Awesome!).

Einen lieben Adventsgruß nach Hause!

Donnerstag, 6. Dezember 2007

Ganz doll!

So sah mein Laptop aus nach der Mumbai-Reise. Hat was, findet ihr nicht?

Für nur 270 € haben ein paar nette Inder in einem ranzigen kleinen Kabuff alles wieder heile gemacht =D!

Montag, 26. November 2007

2007-11-26

Little Flower

Seit knapp drei Wochen arbeiten wir jetzt im Little Flower Convent. Das ist eine Schule für gehörgeschädigte Kinder (also kein Krankenhaus, wie ich immer wieder gefragt werde...). Dort gibt es auch einige englischsprachige Klassen (insgesamt 54 Schüler und Schülerinnen), und auf die konzentrieren sich natürlich unsere logopädischen Fertigkeiten.
Ich fühle mich sehr wohl an der Schule. Letzte Woche haben wir fast alle Kinder gescreent und diese Woche beginnen wir mit den Therapien. Ich werde insgesamt zehn Kinder therapieren. Das klingt vielleicht wenig, ist aber in Wirklichkeit ein riesiger Haufen Verantwortung! Zum Glück haben alle Kinder mehr oder weniger die gleichen Probleme, so dass ich viele Therapien ähnlich gestalten kann.
Es gibt wie beschrieben keine Logopäden an der Schule. Bei Fragen können wir natürlich Hilfe aus der Heimat bekommen oder sogar von einigen Logopäden an einer Uniklinik hier in Chennai, aber ihr kennt mich ja – do it yourself... Was natürlich nicht heißt, dass ich mich da jetzt in irgendetwas reinmanövriere. Ich denke ich kenne meine Grenzen gut genug um zu wissen, wie viel ich alleine schaffe. Außerdem haben die Lehrerinnen dort ganz schön viel Ahnung und vor allen Dingen die Direktorin unterstützt uns seelisch und praktisch mit ihrem Wissen und ihrer Motivation. Das macht Mut und da wir alles haarklein beschreiben und mit ihr reflektieren (und mit Claudy daheim) denke ich, werden wir schon keinen großen Schaden anrichten =D, für irgendetwas muss das Studium ja auch gut gewesen sein ;-)!
Therapiematerial gibt es natürlich kein spezielles. Jedoch scheint viel Spielzeug vorhanden zu sein, aus dem ich mir sicherlich gutes zusammen basteln kann. Ist nicht wirklich so leicht wie in Deutschland – das richtige Spiel raussuchen und los... vielmehr ist es harte Arbeit für mein Kreativitätszentrum, aus den Figuren und Bildchen etwas Ansprechendes zu gestalten.

Die Voice Con und Mumbai

Wir waren am Wochenende für die VoiceCon in Pune!
24 Stunden Zugfahrt... und was für eine. (Habe ich schon mal erwähnt, dass alles hier – wirklich ALLES ein riesiges Abenteuer ist ;-)?). Um 22.50 fuhr der Zug in Chennai ab. Die uns als „confirmed“ versicherten Schlafplätze im 3A (3 Leute übereinander schlafend, A/C) waren natürlich NICHT „confirmed“ sondern wir standen auf der Warteliste (unschwer zu erkennen für die dummen Touristen – auf den Tickets nämlich gekennzeichnet mit „WL“). Das bedeutet, dass wir bis nach 0.00 dumm rumsaßen, bis der nette „TT“ (frag mich der Geier wieso der so heißt...) uns für 500 extra rupies per person in die zweite Klasse (2A, 2 Leute übereinander, A/C) verfrachtet hat.
Einmal einen Schlafplatz ergattert haben wir uns die Zeit mit Kakerlakenjagen, Tee trinken, „ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst“ spielen, lesen, quatschen und natürlich Schlafen vertrieben!
Pune ist verdammt kalt gewesen im Gegensatz zu Chennai und wir haben uns erst mal einen Pullover gekauft... brrr...
Die VoiceCon war genial. Ich bin so froh, die Fahrt auf mich genommen zu haben. Ich werde euch jetzt natürlich nicht mit Gefachsimpel nerven aber es war echt informativ und für meine erste Konferenz ein gutes internationales Erlebnis. Und vielleicht ist „Stimme“ doch eine Option für mich... =D! Außerdem war es schön, Shipra und Dr Ajoy noch einmal wieder zu sehen.
Nach ein wenig Sight seeing in Pune und einem Frühstück in einer „German bakery“ sind wir nach Mumbai gefahren. Alle haben uns gewarnt, wie schrecklich diese Stadt doch ist. So voll und laut und dreckig und keine Reise wert... Und die Ankunft war auch genau das! Wir haben 3h im Stau gestanden, bevor uns ein paar nette Mädels aus dem Bus mitgeschleppt haben zur Train Station, damit wir schnell bis ganz in den Süden Mumbais fahren konnten. Das Hotel war dürftig und teuer (wie übrigens auch in Pune), aber dafür habe ich die Stadt umso mehr genossen! Ich bin so positiv überrascht, dass ich gerne noch mal hin möchte (Simon, Marc, ihr wisst bescheid!). Habe im Leopold gefrühstückt (wer Shantaram gelesen hat ist jetzt bestimmt neidisch) und die Stadt zu Fuß erkundet. Abends haben wir auf einem Dach mit Blick auf den Taj Mahal Palace (nein, nicht DER Taj... der steht in Agra) zu Abend gegessen. Romantisch! Volker du fehlst mir... und selbst dir hätte es gefallen ;-)!
Die Rückfahrt war natürlich noch länger... wir sind Montagmorgen um vier Uhr in Chennai angekommen. Aber wenigstens waren die Plätze diesmal WIRKLICH „confirmed“ =). Und ich habe so viel gelesen wie lange nicht mehr.

Die nächsten Wochen müssen wir jetzt ordentlich bei der Arbeit reinhauen, damit wir stolz in die Winterferien können.

Dienstag, 6. November 2007

You will love it!

meSeit Freitag sind wir in Chennai. Khibar hat uns laut versprochen, wir wuerden das Wochenende rocken (Hell yeah!) und wir wuerden diese Stadt lieben (fantastic!). Als wir am Freitag Abend ankamen, fuehlte es sich jedoch gar nicht so an. Khibar und die anderen aus Vellore waren nicht da, denn der Zug kam erst am Samstag an. Gerockt haben wir nicht, wir waren viel eher geschockt.

Scheinbar sind wir hier in das Ende einer Diskussion geraten zwischen den Studenten, die hier schon wohnen (die auch mit M*Transfer hier sind und die wir aus der Uni oder der Introwoche kennen) und dem Life Help Center, in dem wir die folgenden Wochen verbringen sollen. Wir haben direkt volle Breitseite die schlechte Stimmung zu spueren bekommen und das hat meinen Abschiedsschmerz aus Vellore nur noch verdoppelt und ich habe den Samstag herbeigesehnt. In mein (oder unser) eigenes Reich konnte ich mich leider auch nicht zurueckziehen, denn wir teilen unser Zimmer mit einer 36jaehrigen AWO Mitarbeiterin. Es ist wirklich nur ein Zimmer. Ohne Schrank oder Regal. Ohne alles. Also wirklich einfach nur ein Zimmer. Ja.

Den Samstag und den Sonntag haben wir dann mit den Leuten aus dem Hostel verbracht. Und gerockt haben wir natuerlich. Und ich liebe Chennai (Hell, YEAH!). Obwohl es der meist verschmutzte (AIR POLLUTION - meine Nichtraucherlunge macht schlapp ich sags euch) der Welt zu sein scheint und die Rikshaw Fahrer arrogant sind und cheaten was das Zeug haelt, fuehle ich mich sehr wohl in dieser Stadt, denn hier ist was LOS! Wir waren westlich shoppen und in einem Beautysalon (Fussreflexzonenmassage tut VERADMMT weh!). Wir waren in einer Tapasbar und wir waren tanzen und trinken. Und wir waren ausgelassen und ich habe mich fast wie zu Hause gefuehlt, nur cooler, weil ich bin ja in Indien und Apollo ist hier eine Apotheke und keine Kino/Kneipe ;-)!
Am Montag sind wir dann das erste Mal nach Little Flower gefahren. Ich habe mich so gut gefuehlt. Wir sind unglaublich nett wilkommen geheissen worden und hatten den ganzen Tag einen ganz persoenlichen guide der uns alle Fragen beantwortet hat. Es wird eine gute Zeit dort werden, ich bin mir da ganz sicher! Das Einzige Problem ist, dass das Life Help Center, in dem wir jetzt leben, sehr weit weg ist von Little Flower. Wir fahren mit der tueren Rikshaw ca. 1h und mit dem billigen Bus ca. 90 Minuten durch die verpestete Stadt und sind fix und alle, wenn wir Abends zu Haus ankommen. Deshalb ueberlegen wir, ob wir vielleicht naeher an LF ziehen sollen. Aber das wird sich innerhalb der naechsten Woche klaeren.
Jetzt sind erst einmal ein paar Tage frei, denn hier wird Diwali gefeiert. Das ist das hinu-Weihnachten und wird auch das Fest der Lichter genannt. Es gibt Feuerwerk und Suessigkeiten und Familienidylle. Natuerlich nicht fuer uns aber ich denke, wir werden sicherlich etwas davon mitbekommen! Jedenfalls haben wir jetzt genug Zeit, eventuell eine neue Bleibe zu organisieren und ein bisschen was fuer LF vorzubereiten.

So, jetzt reicht es aber mit Neuigkeiten.

Freitag, 26. Oktober 2007

I'm singing in the rain

Es regnet, es regnet... es schuettet quasi wie aus Eimern!
Ich habe natuerlich meinen Schirm verloren - ich Schussel. Und es ist kalt. Die Temperaturen sind unter dreissig Grad gesunken und ich fange an, zu frieren und warm zu duschen.
Was tragen indische Frauen im Winter...?
Alle tragen dicke Regenjacken und Schirme mit sich rum und die Rikshaws haengen Vorhaenge an die Seiten, um die Passagiere vor dem Groebsten zu schuetzen. Aber das Laecheln ist nicht weniger geworden, die Menschen strahlen nach wie vor.Bei Anbu Illum bedeutet der Regen, dass die Kinder oft nicht zur Therapie kommen. Die ca. 20 Meter zwischen Schule und Therapieraum im Regen zu ueberwinden ist fuer die Kinder, die sich teilweise nur kriechend oder krabbelnd fortbewegen, ein riesiges Hindernis. Aber einige sehen das sicherlich auch als angenehme Ausrede an. Sowieso verhalten sich alle, als seien sie aus Zucker =). Wenn wir erzaehlen, dass es bei uns sehr oft regnet, schauen sie entsetzt und fragen uns, wie viele Tage wir denn dann im Haus bleiben muessen...

Die letzten Tage habe ich meistens im Bett verbracht. Ich war das erste Mal krank, seitdem ich hier bin. Dafuer hat es mich aber so richtig erwischt. Woran es lag, kann ich nicht sagen - vielleicht der Lime Juice von der Strasse? Ich weiss es nicht! Jedenfalls hat Caro mich gepflegt (bis sie einen Tag spaeter dann auch flachlag...) und ich bin wieder recht fit.

Unsere letzten Tage in Vellore sind angebrochen. Ich freue mich, jetzt an einen anderen Ort zu ziehen und eine neue Aufgabe zu bekommen und bin sehr gespannt, was mich in Little Flower erwartet. Naechsten Freitag reisen wir zusammen mit Khibar aus dem Hostel nach Chennai. Wir werden uns noch von einigen verabschieden muessen und irgendwie wird es schon traurig werden. Aber an diese Abschiede bin ich mittlerweile fast gewoehnt - jede Woche reisen neu gewonnene Freunde ab und andere Menschen treten in mein Leben... und mit einigen werde ich sicherlich noch eine Weile Kontakt halten - facebook machts moeglich.
Machts mal gut im kalten Deutschland - Wetterneid braucht ihr jetzt nicht mehr zu haben ;-)! Ich laufe jetzt noch ein wenig singend und ohne Schirm durch den Regen (und das ist Regen, ich sags euch!) - what a glorious feeling!

Freitag, 19. Oktober 2007

Der goldene Tempel

Geduld Geduld! Ten minutes! ... Asa, Jenny, Caro und ich sassen mit etwa 200 Indern in einem Kaefig in einer Fabrikhalle und warteten auf den Einlass in den Goldenen Tempel. Huh was ein vielversprechender Name! Wir wollten schon fast aufgeben - von der Strasse aus konnte man ueberhaupt nichts sehen und die Fabrikhalle sah wenig golden aus. Und dann! Die Tuer geht auf! Draengel, schubs, schieb... wir wurden dann tatsaechlich durchsucht von Sicherheitsleuten! Aber nicht wegen Terrorgefahr sondern weil wir keine Kamera und kein Telefon mitbringen durften... und dann barfuss ueber Sand und Steine bis - ein roter Teppich! Ein goldener Tempel! Golden! Wunderschoen!

Und da standen doch tatsaechlich endlich meine ersten Elefanten! Ein kleiner (naja, so klein nicht ... groesser als ich natuerlich) und ein grosser mit Haaren auf dem Kopf! Der hat mir dann auch fleissig den Nacken besabbert beim Segnen. Hach das muss Glueck bringen =)! Wunderschoene riesige Tiere.
Sonst geht es mir nach wie vor super. Ich bin leicht erkaeltet (Ventilatorluft Tag und Nacht), fuehle mich aber sonst pudelwohl. Ich fuehle mich immer mehr zu Hause im Hostel und in dieser suessen Stadt und bin jetzt schon traurig, beides in zwei Wochen zu verlassen, um nach Chennai zu ziehen.

Momentan arbeiten Caro und ich in Anbu Illum, einem Zentrum fuer Kinder mit Zerebralparese. Die erste Woche haben wir gerade hinter uns und es ist wie immer am Anfang sehr schwer und anstrengend, sich einzufinden. Die Gewoehnungszeit ist fuer beide Seiten ein vorsichtiges Abtasten und fuer uns vor allen Dingen anstrengend, da wir uns und unsere Wuensche deutlich vertreten muessen und haarklein erklaeren muessen, was wir koennen und moechten und was von uns erwartet werden kann. Wir haben jetzt eine feste Liste von Patienten, die wir behandeln duerfen. Da wir hier keinen Logopaeden haben, werden wir die Behandlungsplaene mit Bindhu von Rehab besprechen, die wir morgen sehen, da wir Samstags weiterhin bei Rehab arbeiten. Wir haben also genug zu tun...

Ich denke an euch und vermisse euch (ich habe die Shuttleparty verpasst! Mist!).

Montag, 15. Oktober 2007

Albern??


Wir doch nicht!
Muenchhausen ohne Kugel ;-)

Traritrara

woooooow!
inspiriert von indischen Busfahrern!

und tschuess...

Donnerstag, 11. Oktober 2007

Jeder Weg ist ein Abenteuer. Man erreicht immer sein Ziel.

Kerala ist anders als Tamil Nadu. Die Rikshaw Fahrer tricksen weniger, die Menschen haben teilweise blaue (!) Augen, sie sprechen natürlich eine andere Sprache, das Essen ist anders gewürzt… und Hutch ist ein anderes (wie hätte es auch anders sein können) =)!

Kerala ist Indien. Jede Begegnung und jeder Schritt ein Abenteuer und Staunen an vielen Ecken.

2nd class sleeper ist in Ordnung. Wir sind neun Stunden gefahren und ich habe etwa drei geschlafen. Ich kann das einfach nicht! Es ist laut, hell, ich fühle mich nicht sicher (obwohl es dazu überhaupt keinen Grund gibt!) und ich habe die ganze Zeit Sorge, den richtigen Bahnhof zu verpassen.

Der Tag in Cochin begann sehr früh mit einem süßen indischen Kaffee am Bahnhof und dem in-Beschlag-nehmen des Hotels (sehr süß und familiär). Ich haben Caro und ich uns eine Ayuvedische Massage gegönnt („all off“ sagte die freundliche Masseurin bevor sie mich einölte) und musste danach mit Caro zusammen unter einer Dusche duschen. Ein ordentlicher Schokoladenkuchen hat den Tag perfekt gemacht und mit einem Kingfisher habe ich ihn ausklingen lassen.

Das erste Abenteuer des zweiten Tages: die Fahrt mit der Fähre! Um zum Busbahnhof zu gelangen mussten wir mit der Fähre von Fort Cochin nach Ernakuvvam übersetzen. Der freundliche Hotelbesitzer hat uns mehrfach erklärt, dass es ganz einfach ist. 10 Minuten zu Fuß gehen, Fähre nehmen und dann eine Rikshaw. Klingt gut… und gefährlich indisch.

Nach ca. 30 Minuten erreichen wir die Fähre. Eine große Menschenmenge wartet dort und drängelt und schnattert und schwitzt. Wir warten in einer Art Gehege, das scheinbar als Abgrenzung dient um die Passagierzahl zu begrenzen. Das hat mich irgendwie beruhigt… Und da ist sie – unsere Fähre! Kaum fährt sie ein springen die Tore auf (auch das Tor nach hinten also war die Begrenzung sinnlos) und die ersten Menschen springen durch die Fenster und Türen auf das Boot. Stege? Pustekuchen! Johno ganz mutig und indisch versuchts durchs Fenster und sein Rucksack fällt „platsch“ ins Wasser. Akrobatische Rettungsaktion geglückt – er war der Einzige, der einen Sitzplatz ergattert hat … ob es das wert war? Ich überwinde mit meinen FlipFlops den etwa 1m großen Wassergraben hüpfenderweise und bin heilfroh, als ich endlich in dem überfüllten Ding bin… denn das bin ich mittlerweile gewohnt – in überfüllten Transportmitteln schwanken und schwitzen kann ich schon.

Wir sind tatsächlich bis zu unserem Hausboot gekommen. Denn man kommt immer ans Ziel. Irgendwie und irgendwann. Das Boot ist Luxus pur. Die Landschaft ist schön. Sehr grün und sehr blau. Und diese ungewöhnlich gute Luft und die Stille haben mir sehr geholfen, mich zu entspannen. Das erste Mal, seitdem ich hier bin, hatte ich Zeit, durchzuatmen und die Seele baumeln zu lassen. Es hat mir unglaublich gut getan und ich fühle mich aufgetankt und stark. Wir wurden super versorgt von einer Crew mit eigenem Koch (lecker!) und haben uns jeder für sich vertrödelt.

Auf dem Rückweg haben wir noch einmal in Cochin halt gemacht. Leigh, Caro und ich haben die Zeit überbrückt, indem wir uns endlich das Bourne Ultimatum angesehen haben. Auch ein Kinobesuch ist ein Erlebnis hier… nachdem wir von A nach B geschickt wurden und an mehreren Stellen geduldig gewartet hatten (man kommt immer ans Ziel! Nicht aufgeben!), fing der Film an. Natürlich indisch, das heißt laut! Zwischendurch klingelten Handys und Leute sprangen auf und redeten. Wir waren übrigens die einzigen Frauen im ganzen Kino… Mittendrin gab es eine kurze Teepause. „Pling“ Film aus! Licht an! Alle raus. Tee trinken und wieder rein. Licht aus! Film an! Es ist einfach unglaublich hier…

Die Rückfahrt (wieder über Nacht aber diesmal 3rd class – war aber auch ok) war für mich ähnlich schlecht wie die Hinfahrt. Ich bin sehr froh, wieder hier zu sein. Mein Bett wartet schon sehnsüchtig auf mich - oder warte ich? Das könnt ihr euch jetzt aussuchen...

Dienstag, 2. Oktober 2007

letzte Woche bei ENT I

Die letzte Woche bei ENT I ist vorbei. Ich bin ein bisschen traurig, denn die Menschen dort sind mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Vor allen Dingen Shipra werde ich vermissen. Aber wir treffen uns – soweit das Indien zulässt – in Puna wieder zur VoiceCon im November.

Diese Woche fangen wir bei PMR und Rehab an, wo uns Bindhu begleiten wird. Leider konnten wir heute nicht nach Vellore fahren denn hier ist ein Streik. Wir wissen nicht genau, was los ist… irgend eine Partei scheint eine Brücke nach Sri Lanka bauen zu wollen und der Rest ist dagegen – aber so genau weiß das keiner denn es ist wie mit allem… man fragt vier Personen und bekommt vier verschiedene Antworten. In einem sind sich jedoch alle sicher: zu Hause bleiben ist besser. Denn obwohl einige Rikshaws fahren ist mit Gewalt zu rechnen und wir sollen uns lieber vor fliegenden Steinen verstecken. Alle sind also zu Hause geblieben heute und das Hostel ist voll mit gelangweilten Ausländern denn der Pool hat natürlich montags geschlossen. Aufgrund des Streiks auch unser Computerlab…

Sonst geht es mir weiterhin sehr gut. Ich gewöhne mich immer mehr an das Klima und bin heute bei ca. 35 °C in Jeans unterwegs gewesen (nur auf dem Campus – der wird bewacht) ohne mehr zu schwitzen als sonst. Ich bin sehr gespannt, was die neue Arbeit mit sich bringt und fühle mich gut aufgehoben im fernen Land.

Leider funktioniert mein Handy wieder nur einseitig, denn jetzt hat auch der letzte Shop mir gesagt, er kann es nicht mehr für mich aufladen, da ich Chennai Hutch (dabei ist Hutch jetzt Vodafone…) ist. Versteh einer die Inder!

Caro und ich haben am Freitag mehr zufällig als absichtlich den Markt von Vellore gefunden. Wir waren schon irgendwie auf der Suche danach aber wollten grade nach Hause gehen, da leuchtete zwischen zwei Häusern ein Stand mit Orangen auf und da ich gerne welche wollte, haben wir uns durch den engen Gang gequetscht und sind erst mal mit offenen Mündern stehen geblieben. Der Markt ist unglaublich! Zwischen Häusern quetschen sich dicht an dicht kleine Stände mit Gemüse, Obst und Haushaltsutensilien halb beschattet von Palmendächern. Dazwischen ein paar Kühe und Hunde natürlich. Gewürze auf riesigen Haufen! Zwiebeln Zentnerweise auf der Straße! Tomaten für 7rs da Kilo! Schmuck und Bekleidung dürfen natürlich auch nicht fehlen. Wie das riecht und leuchtet in tausend Farben! Ich habe mein Dauergrinsen jedenfalls für den restlichen Tag nicht mehr aus dem Gesicht bekommen (wobei es kurz verschwand als ich mit meinen Flip Flops im Kuhfladen gelandet bin). Faszinierender Ort. Das nächste Mal wenn ich dort bin schieße ich ein paar Fotos und zeige es euch, damit ihr wenigstens ansatzweise versteht, wovon ich hier rede.

Nächstes Wochenende werden wir in Kerala auf einem Hausboot verbringen und durch die Backwater schippern. Wir haben beschlossen, das jetzt schon zu machen, da es zu teuer wäre nur für uns beide. Auf unserer Rundfahrt werden wir dann das Hausboot auslassen und uns Kerala von Land aus ansehen. Wir fahren also mit dem Bangaloretrupp mit dem Nachtzug nach Cochin und haben dann dort unseren eigenen Koch, einen Kapitän und einen Fahrer. Ich bin sehr gespannt – auch auf die Rückfahrt, denn die Jungs haben 3. Klasse A/C gebucht und ich glaube das könnte eng werden…

Langsam werden die Tage ruhiger und ich schaffe es, ab und zu mal durchzuatmen. Vieles wird routinierter und ich bin sehr dankbar darum. Mein Mund hat schon einen Krampf vom offen-stehen-bleiben *g*!

Ganz lieber Gruß an die Heimat. Vermisse euch. Könnt ihr nicht alle einfach mal hierher kommen um mich zu besuchen? Denn nach Hause kommen will ich noch nicht ;-)!

Montag, 24. September 2007

Bangalore

Ich würde lügen würde ich erzählen, mein Geburtstag sei toll gewesen. Er war – bescheiden. Kaum Geschenke (Kekse von den Australiern und das einzig richtige Geschenk von meiner Lieblingsschwester – tausend Dank!!! Habe mich so sehr gefreut das glaubst du gar nicht!) und ein paar sms und Anrufe aus der Heimat (danke fürs an-mich-denken!). Ich habe gearbeitet bis Mittags und dann fünf Stunden im Bus verbracht mit schlafenden Mitreisenden und ohne Musik weil der Film ohrenbetäubend laut lief. Die Rikshaw Fahrer in Bangalore können das noch viel besser mit der Abzocke als die in Vellore und beim Essen im Hotel ist mir eine Kakerlake über die Schulter gelaufen. Habe mich nicht wirklich erschreckt und einfach weiter gegessen, so langsam scheine ich abgehärtet zu sein Dafür war das Zimmer spitze – ich habe geschlafen wie eine Prinzessin. Und dann habe ich mich gefeiert – von Morgens bis Abends – denn ich habe beschlossen das kann es nicht gewesen sein!

Und wie macht man eine Frau glücklich? Genau! Man setzt sie zusammen mit ein paar anderen Frauen in einer Großstadt aus und drückt ihr Geld in die Hand (das hab ich selbst übernommen… mir Geld in die Hand gedrückt also…). Habe viel

zu viel ausgegeben und mein Koffer wird aus allen Nähten platzen bei der Heimfahrt. War aber auch alles zu schön und zu günstig! Jeans, Jacke (ja ich weiß es ist warm hier! Aber ich konnte nicht nein sagen… beides von Levis und zusammen 55€!), Tops und Tücher, Schmuck und und und…

Bangalore ist eine unglaubliche Stadt. Habe noch nirgendwo in Indien die Gegensätze so krass gespürt wie dort. Die Haupteinkaufsstraßen westlich und sauber, alle sprechen gutes Englisch. Zwei Meter weiter wühlt eine Kuh in einem Müllhaufen und ein Inder folgt mir und will in gebrochenem Englisch eine Trommel verkaufen. Bunt gem

ischtes Volk in Minirock und High Heels neben Indern in Saris und verhüllten Muslimen.

Mittagspause haben wir bei Mäces verbracht (hach wie fühlte ich mich touristisch!) und uns dann abends mit den Jungs getroffen um mit Blick über Bangalore nobelst und teuer zu speisen. Mit Bier und… Bier. Und europäischem Essen.

Und dann haben wir es tatsächlich getan – wir sind aus gewesen. In einem Club irgendwo nahe der MG Road unter dem Dach haben wir Tequila getrunken und zu Housemusik (man nimmt was man kriegt) und RNB getanzt. Wäre nicht ab und zu der Strom ausgefallen hätte ich vergessen, dass ich in Indien bin! Bis 23.30 – der DJ sagte etwas von „This was our Saturday night! Thanks for being with us!“ und das Licht ging an und die Party war vorbei. Zapfenstreich.

War trotzdem ein sehr toller Geburtstag und wir haben uns mit den Schwedinnen verabredet, Sylvester in Bangalore zu verbringen. Da muss ich wieder hin!

Die Rückfahrt habe ich damit verbracht, Eindrücke zu sammeln. Alles was meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, habe ich probiert zu fotografieren – probiert, denn meine Kamera kam nicht mit meinen Augen mit und wir fuhren zu schnell vorbei an den tausend Kleinigkeiten. Sind trotzdem ein paar Fotos bei rumgekommen und ihr könnt sie euch in meinem Fotoalbum ansehen.

Jetzt geht’s wieder weiter bei ENT I. Chudidhar raus und los!

Mehr Fotos im Album (photobucket)!

Donnerstag, 20. September 2007

ENT I Woche 2

Ich fühle mich jeden Tag wohler in CMC und auf ENT I. Die Logopäden und Logopädinnen dort werden immer offener und ehrlicher und bieten uns tatsächlich ab und zu von sich aus an, Kleinigkeiten selbst durchzuführen. Sie fragen uns, ob wir Ideen für Therapien haben und lassen uns wirklich überall zuschauen und dazwischenfunken. Wir lachen viel und herzlich, meistens jedoch über kulturelle Unterschiede und Missverständnisse denn unser Humor ist sehr verschieden.

Heute war das zum Beispiel so… Shipra fragt mich nebenbei, während sie ein Audiogramm abnimmt, in ihrem wunderschönen indish english: „Do you have sex at home?“ Ich war so was von baff. Glaube mein Mund stand offen. Habe noch mal nachgefragt weil ich mir einfach nicht denken konnte, dass sie das ehrlich gefragt hat und bekam die gleiche Frage. Völlig ernst. Ich konnte einfach nicht fassen, dass sie mich ganz offen und ehrlich anblickt und mich nach meinem Sexleben fragt! Also habe ich sicherheitshalber noch mal nachgefragt… Da brachen sie und Laveena in lautes Gekicher aus und wurden etwas rot und versteckten sich hinter ihrer Hand. Da war ich mir sicher und beruhigt – die Inder ändern sich nicht über Nacht. „Insects“ brachte sie zwischen zwei Prustern heraus. Naja… gut, Insekten… joa, die auch. Hat aber dann keinen mehr interessiert...

Meinen Geburtstag werde ich im Bus nach Bangalore verbringen (aber mit A/C und reservierten Plätzen – ich Tourist)! Wir fahren mit sechs anderen aus unserem Hostel hier gegen vier los und bleiben bis Sonntag in dieser Stadt in die man laut Lonely Planet nicht für Sightseeing reist sondern um zu shoppen und zu essen. Toll! Ich freu mich drauf. Soll sehr westlich sein, meine Chudidhars lasse ich zu Hause. Vielleicht finden wir eine Lounge in der ich ein Bier bekomme und wir auf meinen Geburtstag anstoßen können. Sonst tut’s auch Fresh Lime Juice =).

Zufriedene Grüße (ganz besonders an Opa und Thekla die grad bei meiner Mama sitzen und meinen Blog bestaunen =) )

Babs

Gestern stand folgender Artikel in der "Deccan Chronicle Chennai", das muesst ihr euch mal reinziehen:

'Don't hug and misbehave', new directives by cops

In a major crackdown on couples who were getting cosy on the Marina beach, the city police picked up at least 22 couples on charges of indecent behavior in public. However, most of them were let off after their parents were informed about their children's behavior. A special team swung into action on Monday morning following instructions from the Commissioner's office. The team comprising an inspector, two sub-inspectors and constables including women personnel, in mufti (plain clothes) hurried to the beach and picked up the couples for questioning. When they spotted the police, many couples fled from the scene.

"Before the team reached the beach we had sent a few policemen who identified couples who were behaving indecently in public. Later the team arrived at the scene and detained them. When they were brought to the police station most of the girls were weeping and tried to mask their faces using a dupatta. The team also caught some schoolgirls during this surprise raid. When we questioned these girls they claimed that they had come to the beach to discuss lessons with their classmate," said a senior police officer.

He added, "The youngsters were let off with a stern warning only after their parents came to the station. We took this action based on instructions from the city Commissioner Mr G. Nanchil Kumaran and we will continue to do this until couples stop visiting the beach to get intimate."

New Rule Book

According to police, they have been instructed to pick up the couples, who are getting a little too close for comfort on the beach, they will be monitored by the surveillance police personnel and be caught if they don't abide by these rules: Don't kiss in public; Don't wrap your body on your partners dress; Don't hug and misbehave; Don't slouch in the sand

Montag, 17. September 2007

Kancheepuram die 2te

Wir haben uns dazu entschieden, mit dem Bus nach Kancheepuram zu fahren und dort den Tag zu verbringen. Kostet ja nur 20rs, das sind noch nicht mal 50 cent. Das hört sich ganz leicht an – man geht zum Bushof und schaut auf den Plan und… ja, der Plan. Da ist keiner. Also gut. Man geht zum Bushof und fragt einen netten Busfahrer… wie, keiner versteht mich? Hmmm… also noch einmal. Man geht zum Bushof und hält einem netten Busfahrer einen Zettel unter die Nase mit dem Zielort. Bingo! Der nette Busfahrer weist auf einen überfüllten Bus der gerade losfahren will. Wir steuern darauf zu und ein freundlicher Inder schreit uns an: „Kancheepuram? Kancheepuram?“ Wir nicken (oder wackeln dackelig mit dem Kopf) und quetschen uns dazu.

Zwei Stunden lang höre ich also laute, indische Musik (und den üblichen Straßenlärm) und ein süßes indisches Mädchen sabbert und schwitzt mir schlafend auf den Arm. Da schreit der Inder endlich: „Kancheepuram!“ und wir stolpern zusammen mit allen anderen auf die Straße. Und damit soll ich wieder zurückfahren…?

Die Shoppingtour hat uns einige Rikshawfahrten gekostet und war natürlich von Erfolg gekrönt – wie auch nicht anders zu erwarten bei fünf Frauen in der Seidenstadt. War ein seltsamer und irgendwie chaotischer Tag (danke Patricia für die Adresse *g*). Wir haben auch lecker (teuer!) gegessen und Affen dabei beobachtet, wie sie sich gegenseitig den Po kraulen (Caro sagt: die haben sich nicht gekrault, die haben sich die Krusten gegenseitig abgeschabt und gegessen). Und – wir sind tatsächlich auch mit dem Bus zurück gefahren. Ob ihr es glaubt oder nicht.

Wann ich hier wohl mal einen ereignislosen Tag erlebe…?

Ach ja! Fuer ganz besonders neugierige und diejenigen, die es noch nicht gemerkt haben, sind meine Photos vom Blog (und auch noch mehr...) bei photobucket zu finden!

http://s49.photobucket.com/albums/f270/M8cht/Indien_Blog/

Liebe Gruesse!

Freitag, 14. September 2007

Die Kultur und der Schock

Ob das der Kulturschock ist, von dem immer alle gesprochen haben?

Es ist sehr anstrengend, hier zu „arbeiten“. Ich hoffe, ich werde nicht müde, für alles zu fragen und zu drängeln und erneut zu fragen. Es strengt mich so an, meine Wünsche einzufordern. Ich komme mir manchmal unhöflich und ungeduldig vor in diesem Land in dem alle still ertragen und nichts zu hinterfragen scheinen. Keine der Schülerinnen in der Abteilung würde irgendetwas tun ohne Zustimmung von „oben“. Keine spricht wirklich ein Wort, alle schauen verunsichert und schweigend zu oder erledigen kleine Aufgaben. Die Hierarchie ist mehr als deutlich und ich weiß nicht, wo mein Platz in diesem Spielchen ist. Alle sind zuvorkommend und nett und uns zugetan. Sie scheinen nicht zu wissen oder es nicht wissen zu wollen (denn wir haben es mehrmals deutlich gesagt), dass wir fast fertig sind mit unserem Studium. Sie erklären uns grundlegende Dinge (vor allen Dingen Theorie - sehr gut erklären sie das!) aber ich weiß nicht, ob ich es mir leisten kann und ob es mir zusteht die Vorträge (von teilweise bis zu 45 Minuten während draußen Patienten warten) zu unterbrechen mit den „arroganten“ Worten: „Das weiß ich doch!“. Ich fühle mich nicht hilflos oder schlecht, ich bin sogar sehr froh hier. Ich muss einfach noch für mich herausfinden, wo ich stehe, was ich darf, was ich muss und was ich besser bleiben lasse. War ja auch die erste Woche.

Ich bin jedenfalls froh, dass ich mit Caro über diese Erfahrungen sprechen kann denn wir erleben und empfinden sehr ähnlich. Wir werden uns in den nächsten Wochen immer wieder gegenseitig anspornen müssen, nicht aufzugeben und weiterhin unseren Weg „durchzusetzen“.

Ich lerne sehr viel über die deutsche Kultur (so langweilig sind wir gar nicht) und über meinen eigenen Charakter (Boah bin ich extrovertiert! Und ich lache scheinbar viel zu viel!). Ich glaube ich mache mal eine Liste in der ich aufzähle, wo die gröbsten Unterschiede zwischen Indien und den Indern und Deutschland und den Deutschen liegen und zeige sie euch *g*!

Gestern sind wir mit einem Australier aus dem Hostel auf einen Hügel geklettert. Ich hatte riesige Angst vor Schlangen oder davor, mir ein Bein zu brechen. Als Kind wäre ich glücklich von Felsen zu Felsen gehüpft aber scheinbar bin ich zu alt um sorgenfrei zu klettern =)! War jedenfalls super als wir ein Mal oben waren, nächste Woche klettern wir auf den nächsten (Vellore ist umgeben von kleinen Bergen).

Vellore gefällt mir immer besser. Ist meine Stadt. Es gibt Esel! Die Hügel verleihen der Stadt einen unglaublichen Charme (und heizen der Kesselstadt ganz schön ein). Die Menschen hier starren nicht ganz so viel (wobei ich nur darauf warte, dass mir ein Kind unter den Rock schaut um zu wissen, ob ich darunter auch darunter weiß bin, die Kopfhaut inspizieren sie immer sehr interessiert wenn sie dran kommen *g). Wir haben ein super leckeres Restaurant gefunden in dem die Kellner noch einen Deut netter sind als sowieso alle Inder. Die Fahrten mit den öffentlichen Bussen (voll, laut, holprig, schnell, furcht einflößend) sind noch gewöhnungsbedürftig aber selbst daran werde ich mich gewöhnen. Und wir verbessern täglich unsere Taktik, die Rikshaw-Fahrer im Preis zu drücken.

Auch sonst ist dieses Land toll. Ich kann beim Essen matschen und schlabbern ohne dass es etwas Besonderes ist. Ich darf laut rülpsen oder ohne-Hand-vor-dem-Mund gähnen und keiner schaut blöd (nein ich komme nicht als kleines Schweinchen zurück…).

Mir geht es echt gut hier, Indien ist toll! Wie läuft es in der Heimat?!

Dienstag, 11. September 2007

Adresse

Bis zum 02/11/2007 bin ich unter folgender Adresse zu erreichen:

Modale Hostel for International students, C/O principle’s office
Christian Medical College Bagayam
Vellore – 2
Tamil Nadu

South India

Rechnet damit, dass in Indien alles etwas… länger dauert! Also JETZT (für Geburtstagsgrüße schon vor einem Monat… *g*) abschicken =D!

Christian Medical College Vellore

Das Krankenhaus ist genauso chaotisch und bunt und facettenreich wie ganz Indien. Überall warten Menschen – stehend, sitzend, liegend, schlafend, weinend, lachend, still und laut (mehr laut als still… *g*). Uns den ersten Tag zurechtzufinden war nicht gerade einfach aber wir haben es tatsächlich geschafft. Heute fühle ich mich schon fast zu Hause in dem Wirrwar aus Gängen, Menschen und Geräten.

Der erste Tag verbrachten wir in der Audiometrie und er war sehr konfus, wir wussten nicht so recht wohin mit uns. Am Abend haben wir ernsthaft überlegt, was wir dort eigentlich wollen und wie wir ein vernünftiges Praktikum absolvieren sollen in diesem Wust. Wir haben uns abgesprochen und die Entscheidung getroffen, dem Ganzen noch bis Mittwoch Zeit zu geben bevor wir handeln (wir haben noch mehrere Abteilungen zur Auswahl, in denen wir arbeiten können).

Heute sieht alles schon viel besser aus. Wir waren erst in der Audiometrie und dann in der Stimmklinik und durften schon einiges ausprobieren. Alle sind sehr nett (einige zu nett – sie stehen zum Beispiel für uns auf und überlassen uns ihre Stühle) und beantworten uns so viele Fragen wie möglich. Trotzdem ist das Chaos noch nicht zur Hälfte durchschaut und welche Möglichkeiten sich uns genau bieten werden wir in den nächsten Tagen herausfinden. Habe bisher einen einzigen englischsprachigen Patienten gesehen. Um etwas selbst TUN zu dürfen müssen wir mit Sicherheit immer wieder daran erinnern und Fragen, Fragen, Fragen. Es heißt nämlich immer „No problem“ aber ein wann, wie und wo gibt es nicht… Wir machen das schon, heute hat es ja auch geklappt (Audiometrie – nicht schwierig und vollkommen „sprachlos“ *g*). Ich habe die Hoffnung, dass sie uns auch mal von sich aus dran lassen, wenn sie sehen, dass wir es gut machen. Die acht Stunden haben mich sehr müde gemacht aber ich freue mich jetzt schon wieder auf morgen.

Sonst ist weiterhin alles in Ordnung. Ich bin guter Dinge und froh, dass ich langsam ans Arbeiten komme. Wir haben auch schon nach Literatur für unsere Bachelor’s Thesis gesucht und gefunden. Ich bin also voll ausgelastet.

Wir gehen jetzt mit zwei schwedischen Krankenschwestern aus unserem Hostel essen – hoffe ich erwische was leckeres =)!

Montag, 10. September 2007

Cool in the Pool (um meinen Papi zu zitieren *g*)

Ein wunderschöner Pool (wir haben uns natürlich verbrannt… – aber ich bin voller Sommersprossen!), eine wunderschöne Bleibe (Frühstück inklusive, die Kantine scheint ganz ok zu sein) und lauter Mitbewohner aus aller Herren Länder. Toll hier! Habe ein bisschen Sorge, dass ich ganz vergesse, wo ich eigentlich bin, denn es ist alles sehr westlich um mich herum. Darum fahren wir fleißig Rikshaw und unterhalten uns mit den vielen Indern die uns interessiert fragen, wo wir herkommen und was wir machen *g*! Außerdem wird das Krankenhaus mir sicherlich täglich beweisen, dass ich in Indien bin…


Fotos zum gruen-vor-Neid-werden! Was ein schoener Tag. Wer braucht bei dem Pool Mammalapuram...?


Sonntag, 9. September 2007

Vellore

Wir sind angekommen! Die Fahrt war viel kürzer als gedacht und das International Hostel auf dem Campus in Bagayam in dem wir jetzt die folgenden acht Wochen residieren ist GIGANTISCH! Es ist sauber, es ist kühl (auch ohne Airco) und es wohnen nicht-Inder mit uns in dem Gebäude. Wir haben einen Kühlschrank, den wir benutzen dürfen, eine Mikrowelle und wir haben eine Waschmaschine!! Luxus! Keine Schaben! Nur ein paar Geckos und kleine Spinnen. Toll!
Bild von meinem Schreibtisch nur für Volker damit er sieht, was für ein Kitschhuhn seine Freundin ist ;-)!

Vellore liegt direkt an einem kleinen Gebirge. Ich finde es total süß. Es ist viel sauberer und ganz anders als Chennai. Es gibt hier richtige Läden, nicht nur Stände an der Straße und das Gesamtbild der Straßen ist sauberer. Das Einzig fiese ist die Kanalisation, die teilweise überirdisch führt. Ich fühle mich hier auf jeden Fall jetzt schon wohler als in Chennai.

Wir sind dann auch heute ein bisschen durch die Stadt gelaufen um Mails zu checken und etwas einzukaufen und haben uns fast einen Sonnenstich geholt. Keine einzige Wolke am Himmel und glühende Hitze. Haben wirklich noch mal Glück gehabt glaube ich. Dabei hatte man uns vorgewarnt, dass Vellore eine der heißesten Städte in Südindien ist…

Gleich treffen wir uns mit Debbie, sie ist Britin und wohnt und arbeitet seit einigen Jahren hier und wir gehen zusammen essen. Morgen haben wir frei und ich hoffe, wir finden das Schwimmbad! Und natürlich ein Internetcafe *g*!

Wie es die nächsten Tage aussieht kann ich nicht sagen also wundert euch nicht, wenn ihr erst am Wochenende wieder etwas von mir hört. Am Montag um 9.30 geht es endlich los mit dem Praktikum. Aber man weiß nie, vielleicht schaffe ich es doch, euch ein paar Zeilen zu schicken – This is India!

Eure gut gelaunte Babs
Sonntag, 2007-09-09
Haben den halben Tag am Pool verbracht. Die Sonne scheint, der Pool ist total sauber und wunderschoen! Die Fotos um euch so richtig neidisch zu machen folgen noch!
Gruesse ins fieswettrige Deutschland!