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Donnerstag, 11. Oktober 2007

Jeder Weg ist ein Abenteuer. Man erreicht immer sein Ziel.

Kerala ist anders als Tamil Nadu. Die Rikshaw Fahrer tricksen weniger, die Menschen haben teilweise blaue (!) Augen, sie sprechen natürlich eine andere Sprache, das Essen ist anders gewürzt… und Hutch ist ein anderes (wie hätte es auch anders sein können) =)!

Kerala ist Indien. Jede Begegnung und jeder Schritt ein Abenteuer und Staunen an vielen Ecken.

2nd class sleeper ist in Ordnung. Wir sind neun Stunden gefahren und ich habe etwa drei geschlafen. Ich kann das einfach nicht! Es ist laut, hell, ich fühle mich nicht sicher (obwohl es dazu überhaupt keinen Grund gibt!) und ich habe die ganze Zeit Sorge, den richtigen Bahnhof zu verpassen.

Der Tag in Cochin begann sehr früh mit einem süßen indischen Kaffee am Bahnhof und dem in-Beschlag-nehmen des Hotels (sehr süß und familiär). Ich haben Caro und ich uns eine Ayuvedische Massage gegönnt („all off“ sagte die freundliche Masseurin bevor sie mich einölte) und musste danach mit Caro zusammen unter einer Dusche duschen. Ein ordentlicher Schokoladenkuchen hat den Tag perfekt gemacht und mit einem Kingfisher habe ich ihn ausklingen lassen.

Das erste Abenteuer des zweiten Tages: die Fahrt mit der Fähre! Um zum Busbahnhof zu gelangen mussten wir mit der Fähre von Fort Cochin nach Ernakuvvam übersetzen. Der freundliche Hotelbesitzer hat uns mehrfach erklärt, dass es ganz einfach ist. 10 Minuten zu Fuß gehen, Fähre nehmen und dann eine Rikshaw. Klingt gut… und gefährlich indisch.

Nach ca. 30 Minuten erreichen wir die Fähre. Eine große Menschenmenge wartet dort und drängelt und schnattert und schwitzt. Wir warten in einer Art Gehege, das scheinbar als Abgrenzung dient um die Passagierzahl zu begrenzen. Das hat mich irgendwie beruhigt… Und da ist sie – unsere Fähre! Kaum fährt sie ein springen die Tore auf (auch das Tor nach hinten also war die Begrenzung sinnlos) und die ersten Menschen springen durch die Fenster und Türen auf das Boot. Stege? Pustekuchen! Johno ganz mutig und indisch versuchts durchs Fenster und sein Rucksack fällt „platsch“ ins Wasser. Akrobatische Rettungsaktion geglückt – er war der Einzige, der einen Sitzplatz ergattert hat … ob es das wert war? Ich überwinde mit meinen FlipFlops den etwa 1m großen Wassergraben hüpfenderweise und bin heilfroh, als ich endlich in dem überfüllten Ding bin… denn das bin ich mittlerweile gewohnt – in überfüllten Transportmitteln schwanken und schwitzen kann ich schon.

Wir sind tatsächlich bis zu unserem Hausboot gekommen. Denn man kommt immer ans Ziel. Irgendwie und irgendwann. Das Boot ist Luxus pur. Die Landschaft ist schön. Sehr grün und sehr blau. Und diese ungewöhnlich gute Luft und die Stille haben mir sehr geholfen, mich zu entspannen. Das erste Mal, seitdem ich hier bin, hatte ich Zeit, durchzuatmen und die Seele baumeln zu lassen. Es hat mir unglaublich gut getan und ich fühle mich aufgetankt und stark. Wir wurden super versorgt von einer Crew mit eigenem Koch (lecker!) und haben uns jeder für sich vertrödelt.

Auf dem Rückweg haben wir noch einmal in Cochin halt gemacht. Leigh, Caro und ich haben die Zeit überbrückt, indem wir uns endlich das Bourne Ultimatum angesehen haben. Auch ein Kinobesuch ist ein Erlebnis hier… nachdem wir von A nach B geschickt wurden und an mehreren Stellen geduldig gewartet hatten (man kommt immer ans Ziel! Nicht aufgeben!), fing der Film an. Natürlich indisch, das heißt laut! Zwischendurch klingelten Handys und Leute sprangen auf und redeten. Wir waren übrigens die einzigen Frauen im ganzen Kino… Mittendrin gab es eine kurze Teepause. „Pling“ Film aus! Licht an! Alle raus. Tee trinken und wieder rein. Licht aus! Film an! Es ist einfach unglaublich hier…

Die Rückfahrt (wieder über Nacht aber diesmal 3rd class – war aber auch ok) war für mich ähnlich schlecht wie die Hinfahrt. Ich bin sehr froh, wieder hier zu sein. Mein Bett wartet schon sehnsüchtig auf mich - oder warte ich? Das könnt ihr euch jetzt aussuchen...

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