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Dienstag, 4. September 2007

Introduction week at MCC (Madras Christian College)

Vanakkam (denn Namaste sagt man nur im Norden habe ich gelernt)

Konnte jetzt seit Freitag nicht mehr ins Internet – Geduld werde ich hier sicher noch viel haben müssen…

Ich sehe jeden Tag tausend neue Dinge. Kann Abends nicht einschlafen weil mir das alles im Kopf rumgeistert! Ist sehr aufregend, anstrengend und total schön…


Samstag, 2007-09-01

Wir sind umgezogen ins Guesthouse vom MCC (Madras Christian College) in Chennai. Dort findet die Introwoche statt. Außer uns sind noch 6 andere Studenten aus NL und D dabei und Fernanne und Jan (sie haben uns bei den Vorbereitungen für unsere Reise geholfen, ihnen gehört die Organisation M*Transfer) sind auch bei einigen Programmpunkten dabei.

Wir wurden auch das erste Mal mit der Indian Standart Time konfrontiert. Standen pünktlich um acht Uhr bei Jeeva auf der Matte und sind um kurz vor zehn losgefahren – 1,5 Stunden kamen wir zu spät und keinen hat es gestört. Das war super *g*.

Nach einem kurzen Frühstück haben wir von Jeeva und Sridha (ein Professor hier am MCC) einen ersten theoretischen Eindruck vermittelt bekommen über die Politik, die Kultur und die Menschen in Indien. Most important: Don’t hurry to judge!

Es hat mich beeindruckt wie klar die Probleme gesehen werden, die in Indien existieren und wie sehr sich besser gestellte Inder (welche, die eine Ausbildung genossen haben) bemühen, etwas an den Umständen zu verändern und ihr Land ein wenig besser zu machen.

Indien ist kunterbunt und facettenreich. So viel kann ich schon mal sagen.

Abenteuerlich ging der Tag weiter – wir sind mit einem Bus nach Chennai gefahren zum Geld wechseln, Shoppen und vor allem zum Gucken. Ich weiß manchmal gar nicht, wo ich zuerst hinschauen soll und vergesse sehr oft, Fotos zu machen. Hinterher schaue ich zurück und denke: Ja, das hätte ich gerne gezeigt… aber ein Foto würde eh niemals beschreiben, was ich sehe, rieche, höre und fühle. Aber es wäre ein Anfang.

Haben uns heute die erste indische Kleidung gekauft!

Wir mussten eine Straße überqueren um zum Laden unserer Wahl zu gelangen. Jawohl. Mitten in der Stadt. Eine Straße? Nicht so schlimm?!? Stellt euch vor ihr versucht, über die Autobahn zu kommen ohne überfahren zu werden. Genau so fühlte ich mich und fast hätte ich auf meine neue Kleidung verzichtet beim Anblick der dichten, hupenden, schreienden, stinkenden, drängelnden „Fahrzeuge“. Aber Sri hat uns sicher hinübergeleitet… wie auch immer er das geschafft hat.

Sound Horn!

Schließlich haben wir zu sechs Mädels im Laden gestanden und uns skeptisch beäugt aber letztendlich bin ich sehr zufrieden mit meiner Wahl und ich glaube die anderen auch. Werdet ihr sicherlich noch auf vielen Fotos zu sehen bekommen =)! Und als uns dann noch Jasminblüten in die Haare gesteckt wurden haben wir uns fast schon indisch gefühlt. Unser ganzes Zimmer riecht jetzt danach *g*.

Sonntag geht es dann auf nach Mammalapuram, eine Küstenstadt in der Nähe. Um Acht gibt es Frühstück und um neun geht es los. „European time?“, I asked tired… „No“, he laughed, „Indian time“!

Gut so!

Vanakkam

Sonntag, 2007-09-02

Heute war es so heiß! Also nicht, dass es die letzten Tage kühl gewesen sei und jeder Inder würde lachen aber mir stand den ganzen Tag der Schweiß auf der Stirn.

Die Introgruppe

Den ganzen Tag haben wir in Mamallapuram (Mahabalipuram) verbracht. Auf dem Weg dorthin haben wir an einer Krokodilsfarm gehalten und ich habe ein Babykrokodil (das ist ganz schön hart!) gehalten. Und ne indische mini-python. Außerdem haben wir zugesehen, wie eine Viper gemolken wurde (für das Antidot… you know?). Die Inder, die das vorgeführt haben, gehören einem ursprünglichen Tribe an die schon immer Schlangen gefangen und dressiert haben (Schlangenbeschwörer halt…) und die jetzt dazu ausgebildet werden, die Schlangen zu melken.

In Mamallapuram haben wir erst einmal einige der fünf Rathas (wenn ihr wissen wollt was das ist – Caro hat auf ihrem Blog Reiseführer gespielt) besichtigt. Meine neuen Flipflops (der Verkäufer hat mich übrigens übers Ohr gehauen mit dem Preis – aber wie heißt es so schön: „If they cheat me once shame on them! If they cheat me twice shame on me!“) sind wunderschön aber wie jeder neue Schuh fürchterlich unbequem! Das ganze Gelaufen hat meine Zehen ganz schön strap

aziert.

Abkühlung hatten wir dann im Pool eines Ferienresorts direkt am Strand. Außer uns sind nur Männer geschwommen aber das war mir ziemlich egal, es war einfach göttlich!

Leider habe ich auch heute keine Möglichkeit gehabt, ins Internet zu gehen. Ich vermisse die Meldungen aus der Heimat sehr! Aber wir haben ein strikt organisiertes Programm (erstaunlich organisiert!!) und keine Zeit für Privatsphäre und Zeit für sich selbst. Es gefällt mir jedoch sehr gut, ich fühle mich wie im Urlaub und werde von einheimischen durch ihr Land und ihre Kultur geführt. So langsam wird der Fragenberg auch kleiner denn Inder reden scheinbar viel und gerne über sich und ihr Land. An Indish English gewöhnt man sich *g*!

Morgen geht’s nach Kancheepuram (ein Stück ins Landesinne

re – was uns da wohl erwartet…?). Vielleicht finde ich ja morgen mal ein Telefon neben dem nicht zwanzig plappernde Inder stehen und die Autos hupen oder ein „Internetcafe“…

Vanakkam!

Die sonnenverbrannte Babs

Montag, 2007-09-03

Nach dem morgendlichen Unterricht haben wir uns auf den Weg gemacht, um eine Schule für mehrfach gehandicapte zu besuchen. Wir wurden dort von einer großen Gruppe von lauten, kleinen Indern mit einem unaufhörlichen „Anti, anti!“ begrüßt. Wir scheinen sehr zu faszinieren…

Potenter Loewe

Die Schule war erstaunlich modern eingerichtet für indische Verhältnisse. So sauber ist unser Zimmer zumindest nicht und der Computerraum war top ausgestattet. Über die Methodik haben wir leider nicht allzu viel erfahren. Leider hatte der nette Herr, der uns durch die Schule führte, die Angewohnheit, sich immer an Nico als einzigen Mann zu wenden (naja, er studiert facility management – also nicht unbedingt sein Thema diese Schule…)

und die Blicke von uns Mädels zu vermeiden. Darum habe ich nicht alles verstanden, denke jedoch, dass mich in Little Flower ähnliches erwarten wird.

Kancheepuram hat einige wunderschöne Tempel und ist die Seidenstadt schlechthin. Unser indischer Reisebegleiter und unser einziges männliches Gruppenmitglied mussten ihre Geduld wieder ein Mal mehr unter Beweis stellen, als wir Mädels vom Überfluss überfordert das ein oder andere Stück Seide ergattert haben. Habe mich gefühlt wie auf einer türkischen Verkaufstour – erst wurde uns gezeigt, wie die Sariseide hergestellt und gewebt wird und dann stürmten lauter Inderinnen mit Ware auf uns ein. Auf eine von uns kam mindestens eine Verkäuferin – ich glaube jeder hat etwas gekauft. Ich selbst habe ein dunkelrotes Tuch ergattert – Weinrot, so will ich auch noch eine Chudidhar haben. Oder vielleicht sogar einen Sari.

Wir haben kaum Zeit für uns. Sind von halb neun bis Abends zehn immer zusammen unterwegs oder sitzen im Klassenzimmer. Schlafe deshalb sehr spät und kurz. Bin gespannt, wann der Gruppenkoller kommt…

Sonst geht es mir aber super, ich fühle mich wohl und das Essen ist gar nicht mehr so scharf wie am Anfang – so kommt es mir zumindest vor. Nur schwitzen das tu ich irgendwie jeden Tag mehr =). Vielleicht wird es wirklich wärmer, ich kann es nicht sagen.

Hoffe euch geht’s allen gut und ihr seid ein bisschen neidisch in eurem Alltagstrott ;-)!

Vanakkam

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